Martin Grelics

By enomi 29. Juni 2016

Schon in jungen Jahren bestimmte der Sport meinen Alltag. Ich erlernte die Techniken vieler verschiedener Sportarten. Bis ich 15 Jahre alt war, spielte ich Fußball, Eishockey und Tischtennis in Vereinsmannschaften. Fußball war und ist bis heute meine größte Leidenschaft. So entschied ich mich, die volle Konzentration auf diese Sportart zu legen. Bis zum 22. Lebensjahr hielt ich meinem Heimatverein TSV Rott/Lech die Treue. Da ich mich mit dem bisher Erreichten noch nie zufrieden gab, nutzte ich die Möglichkeit und wechselte zum Fünftligisten SV Raisting in den hochklassigen Amateurbereich.

Martin Grelics während einem Fußballspiel in seiner aktiven Zeit

Dieser Schritt prägt bis heute mein Leben. Er steht sinnbildlich dafür, dass ich mich immer weiterentwickeln möchte. Während meiner gesamten Laufbahn war es mir nie genug, nur an den Trainingseinheiten mit der Mannschaft teilzunehmen. Mit großem Ehrgeiz trainierte ich so oft es ging zusätzlich für mich selbst. Nur wenige Menschen haben mir zugetraut, den Sprung von der 10. Liga in die Stammelf eines Fünftligisten zu schaffen. Mit meinen persönlichen Eigenschaften eines unendlichen Willens und Selbstvertrauens habe ich aber meine Ziele immer erreicht. Wenn auch durch Umwege. Durch solch einen Umweg kam ich auch dazu, Trainer zu werden. Nach vielen Rückschlägen in Form von Verletzungen war mein Körper dem Leistungssport als aktiver Fußballer nicht mehr gewachsen.

Martin Grelics mit Markus Weinzierl während einer Trainingseinheit bei der FA Peiting

So begann ich, die Lizenzen des DFB bis hin zur A-Lizenz, welche der zweithöchsten Lizenzierungsstufe der UEFA entspricht, zu erwerben. Ich handle nach dem Prinzip, aus jeder Situation – sei sie noch so aussichtslos – immer das Beste rauszuholen.

Marting Grelics privat

Ich merkte schon bei meinen ersten Trainerstationen im hohen Herren Amateurbereich und bei Jugendmannschaften sowie als Trainer des DFB Talentförderprogrammes, dass ich mich hauptberuflich dieser Arbeit widmen möchte. Ein großes Spektrum an Wissen in Theorie und Praxis sowohl im Fußball als auch in vielen anderen Sportarten erlangte ich durch mein Studium zum „Sportlehrer im freien Beruf“ an der TU München. Seither machte ich viele wertvolle Erfahrung im pädagogischen, psychologischen und trainingsinhaltlichen Bereich bei meinen Tätigkeiten als Sportlehrer an verschiedenen Schulen sowie als Fußballtrainer in Vereinen.

Martin Grelics hält eine Ansprache während seiner Trainerstation beim TSV Peiting.

In all diesen Aufgaben stellte sich heraus, dass ich als Trainer sehr flexibel bin. Wie ich finde eine der wichtigsten Eigenschaften in diesem Beruf. Einen ganz klaren Plan und ein Ziel zu haben ist notwendig und sinnvoll. Immer wieder Lösungen zu finden, wenn dieser Plan nicht funktioniert, ist Qualität. So ist das Leben und so ist auch der Fußball. Ein hohes Maß an Verständnis und Flexibilität wurde mir bei meiner ersten Station als Cheftrainer einer Profimannschaft abverlangt.

Martin Grelics hält eine Ansprache während seiner Trainerstation bei den Profis von Mwanza, Tansania

Einen Erstligisten in Tansania zu trainieren erfordert mehr Kraft und Einsatzbereitschaft als bei einem europäischen Profiverein. Die Struktur und das Umfeld ist eine andere (Fußball-)Welt. Gleichzeitig war es für mich eine sehr wertvolle Erfahrung und ein weiterer Schritt für mich als Persönlichkeit und als Trainer. Die Facetten meiner Berufung als Fußballtrainer waren und sind bisher sehr vielfältig. Von der U11 eines Amateurvereins bis zu einer Herrenmannschaft im Profibereich habe ich Erfahrungen gesammelt.

Martin Grelics beim Training während seiner Trainerstation bei den Profis von Mwanza, Tansania

Ich bin dankbar dafür, schon so viele Momente – positiver und negativer Art–  in meinem noch jungen Traineralter von 30 Jahren erlebt zu haben. Dies macht mich zu der Persönlichkeit, die ich heute bin. Nach meiner Rückkehr aus Afrika habe ich eine Herrenmannschaft in der 9. Liga und eine U11 Jugendmannschaft übernommen. Ein Rückschritt? Nein! Auch hier habe ich wieder wertvolle Erfahrungen sammeln und mein Wissen an die Spieler weitergeben können. Mit der Gründung der ALPENKICK FUSSBALLSCHULE habe ich den nächsten großen Schritt gemacht. Voller Energie. Voller Überzeugung.